Vorarlberg - Landeskunde und kreatives Gestalten


Vom 5.-17. Juli 2010 fand in Bregenz (ab 5. Juli) und Bezau (ab 12. Juli) ein Fortbildungsseminar für Deutschlehrer/innen statt. Das Programm war sehr vielseitig und die 24 Teilnehmer/innen kamen aus insgesamt 18 Ländern.

Am Montag, 5. Juli 2010, reisten die Teilnehmer/innen individuell an. Beim Abendessen wurden sie von den Seminarleitern, Gerhard Grabner und Gerd Hollenstein, begrüsst.

Dienstag, 6. Juli 2010

Am Vormittag fand die offizielle Eröffnung statt. Anschließend ging es in spielerischer Form darum, sich kennenzulernen. Programmbesprechung, Organisatorisches und die Einteilung der Arbeitsgruppen für diverse Recherchen folgten.

Nach dem Mittagessen ging es zum Bundesgymnasium Gallusstraße in Bregenz, wo die Gruppe zweigeteilt wurde. Der scheidende, langjährige Direktor des Gymnasiums, Meinrad Pichler, erklärte von der hoch gelegenen Wetterwarte der 1912 gegründeten Schule einer Gruppe die Stadtentwicklung von Bregenz, während Thomas Mittelberger, der neue Direktor, zu folgendem Thema referierte: Kreativitätsförderung im Unterricht - ein Projekt an Vorarlberger Gymnasien.

Auf einen Stadtspaziergang folgte ein Abendessen im Wirtshaus am (Boden-)See.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Am Vormittag behandelte der Psychotherapeut Arno Dalpra das Thema "Kreativität und Mobbing - Gewaltprävention in der Schule". Nach einer einleitenden Runde, in der die Teilnehmer/innen des Seminars über eigene Erfahrungen zu Aggression, Mobbing und Gewalt berichteten, referierte Arno Dalpra zum Thema, wobei der die theoretischen Ausführungen (Originaldokument) - pdf-Format) mit einer Vielzahl von Fallbeispielen aus der eigenen Praxis veranschaulichte. Es folgte eine äußerst rege Diskussion und alle waren sich einig, dass es sehr schön gewesen wäre, wenn wir noch einen Halbtag für Rollenspiele zur Verfügung gehabt hätten.

Am Nachmittag referierte Werner Bundschuh über die Wirtschafts-, Kultur- und Sozialgeschichte Vorarlbergs im 19. und 20. Jahrhundert. Den Hintergrund für seine Ausführungen bildeten eine Unmenge seltener Fotodokumente und Bilder (Originaldokument) zum Thema. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen dabei die Textilbarone dieser Zeit auf der einen, und die Lebensbedingungen der Textilarbeiter auf der anderen Seite. Ein anderer Schwerpunkt war zum Einen die Auswanderung vor Vorarlbergern, vor allem nach Nord- und Südamerika, und waren zum Anderen die vielen Einwanderungsbewegungen nach Vorarlberg, beginnend mit den Arbeitern aus dem Trentino bis hin zur letzten größeren Einwanderungswelle aus der Türkei.

Und wer noch nicht zu müde war, ging am Abend ins Theater am Kornmarkt in Bregenz zum Schlusskonzert des Internationalen Opernstudios Zürich.

Donnerstag, 8. Juli 2010

An diesem Tag wurden zwei ganztägige Workshops angeboten, wobei den meisten in der Gruppe die Wahl schwerfiel. Viele hätten gerne beide Workshops besucht.

Herbert Franz präsentierte Erlebnispädagogik Outdoor, also auf einer Wiese nahe des Seminarhauses Schloss Hofen, wobei alle Übungen von den Teilnehmer/innen selbst durchgespielt wurden. Die Begeisterung war riesig. Eine Fotodokumentation (Originaldokument - pdf-Format) macht die einzelnen Übungen und die Anstrengung der Teilnehmer/innen sichtbar!

Wolfgang M. Beck hielt sich mit seiner Gruppe im Seminarhaus selbst auf, wo ein großer Seminarraum ausgenutzt wurde, um die Geheimnisse von Theatersport (Originaldokument - pdf-Format) mit Hilfe vieler verschiedener Übungen kennenzulernen.

Freitag, 9. Juli 2010

Der ganze Freitag stand unter dem Motto "Innovation und Nachhaltigkeit - Strategien regionaler und kultureller Identität". Dazu hatte Willi Sieber eine Exkursion zusammen gestellt, die aus verschiedensten, spannenden Stationen bestand:
- Neuer Hafen in Bregenz (Führung von Vize-Bürgermeister Gernot Kiermayr)
- Volksschule Maehdle in Wolfurt
- Hotel Krone in Hittisau (Führung von Hotelier Dietmar Nussbaumer)
- Moorwanderung in Krumbach (Wanderung mit dem Moorführer KLaus Riedl)
- Textil-Werkstatt in Krumbach (Besuch bei Martha Niederacher)
- Gemeindeentwicklung am Beispiel Langenegg (Informationen von Bürgermeister a.D. Peter Nussbaumer)

Samstag, 10. Juli 2010

Der Samstag stand den Teilnehmer/innen zur freien Verfügung. Der einzige Programmpunkt war eine einstündige Führung durch das Festspielhaus und über die Seebühne, wo jährlich im August die Bregenzer Festspiele stattfinden.

Sonntag, 11. Juli 2010

Am Sonntag führte Gerhard Grabner in die Interview- und Aufnahmetechnik Radio ein. Damit begann ein Radioprojekt, das sich durch das ganze Seminar ziehen würde.
Drei Gruppen (mit je 3-5 Teilnehmer/innen machten sich auf den Weg nach Bregenz (A), Lindau (D) und St. Margarethen bzw. Rorschach (CH), wobei sie verschiedene Aufgabenblätter bekamen, die das jeweilige Thema für Interviews mit Passanten vorgaben.
Zwei weitere Gruppen (mit je 5 Teilnehmer/innen) blieben im Seminarhaus und bereiteten am Vormittag ein Hörspiel vor, wobei ein bestimmtes Geräusch bzw. Lied als Impuls vorgegeben wurden. Sie arbeiteten zunächst am Szenenbuch (Ort - Personen - Handlung - Geräusch), das fünf Szenen enthalten sollte. Anschließend spielten sie die Dialoge ein. Am Nachmittag folgte dann die technische Bearbeitung der vorbereiteten Hörspiele, während die Interviews in der folgenden Woche bearbeitet werden sollten.

Hörspiel A (Yen Nguzen Thi Mai, Juliet Peterson, Iracema Bauer Krueger, Linda Andersson, Lucia Maria Del Valle Odetti) trägt den Titel: Schloss Hofen für uns. Impuls war ein Lied.

Hörspiel B (Marta Martinez Parés, Haxi Berisha, Inga Urbanovica, Magdalena Lembowicz-Piotrowska) trägt den Titel: Die Fischerin vom Bodensee. Impuls war ein Geräusch. 

Interview-Gruppe 1 (Brigitte Ankenbrand, Danuta Cholewa, Cathrin Shalev, Ewa Bartoszewicz) war in Bregenz, Lindau und Rorschach unterwegs, machte Interviews und später daraus ein Feature zum Thema: Dialekte am Bodensee

Interview-Gruppe 2 (Jose-Luis Garcia Agudo, Rubén Garciadiego Ramos, Dahbia Khendek, Kathleen Linda Betterman) war in Bregenz unterwegs, machte Interviews und später daraus ein Feature unter dem Titel: Jugendliche zum Thema Schule

Interview-Gruppe 3 (Yelena  Etaryan, Serafima Pechenaya, Galina Koren, Malgorzata Sopala, Tatiana Ladyzhnikova) war in Lindau unterwegs, machte Interviews und später daraus ein Feature zum Thema: Identitäten im Bodenseeraum

Vier der fünf Arbeiten konnten am Donnerstag fertiggestellt werden und am Abschlusstag erfolgte die Präsentation der Radioarbeiten (siehe unter Donnerstag, 15. Juli). 

Am Abend gab es im Schloss Hofen, unserem Seminarhaus, das bereits zur Tradition gewordene Käsebuffet, auch "Käsestraße" genannt - eine Bezeichnung, die als Anspielung auf die Käsestraße im Bregenzer Wald gedacht ist. Als Überraschung wurde nach dem Buffet und vor dem Dessert eine Teilnehmerin in der traditionellen Bregenzer Wälder Tracht präsentiert.

Montag, 12. Juli 2010

Am Montag folgte das Transfer von Schoss Hofen in Lochau bei Bregenz zu unserem zweiten Seminarort, dem Bildungshaus "Im Kloster" in Bezau im Bregenzer Wald.

Der erste Programmpunkt des Tages war der Besuch der Bezauer Wirtschaftsschulen (mit Handelsakademie, einer Höheren Lehranstalt für Tourismus - beide mit Maturaabschluss -, sowie einer Handelsschule, Hotelfachschule und Wirtschaftsfachschule), die uns der Direktor Kappaurer präsentierte .

Nach dem Abendessen hielt der Bürgermeister, Georg Fröwis, einen Bildervortrag über Bezau.

Es war schon halb neun, als der multikulturelle Abend begann; er sollte fast bis Mitternacht dauern. Die meisten der Teilnehmer/innen aus den 18 Ländern von allen Kontinenten stellten ihre jeweilige Heimat vor. Dabei waren den Inhalten und Formen der 5- bis 15-minütigen Präsentationen keine Grenzen gesetzt: Sie reichten von Power-Point-Präsentationen über Quizfragen, Kreuzworträtseln und phantasievoll gestalteten Plakaten, der Vorführung von Trachten und der Verkostung von Köstlichkeiten (Essen und Trinken) bis hin zu Musikdarbietungen und Tänzen. 

Dienstag, 13. Juli 2010

Der Dienstag stand ganz im Zeichen von Workshops: Am Vormittag arbeitete Walter Thalhammer mit den Teilnehmer/innen zum Thema "Kunst im DaF-Unterricht" (Originaldokument - pdf-Format).

Am Nachmittag spielten die Teilnehmer/innen mit Gerd Hollenstein unter dem Motto "Sprachspiele im DaF-Unterricht" (Originaldokument -pdf-Format). Zu den Spielen, die ausprobiert wurden, gab es auch Arbeitsblätter (Originaldokument - pdf-Format).

Mittwoch, 14. Juli 2010

Am Vormittag wurden zwei Vorträge/Workshops wechselweise angeboten:
- Gerhard Grabner: Motivationsförderung durch Musik im DaF-Unterricht
- Gerd Hollenstein:
Arbeit mit Gedichten im DaF-Unterricht (pdf-Format) 

Der Nachmittag stand im Zeichen des Nordic Walking. Pius Feuerstein und Luise Oberhauser führten die Teilnehmer/innen auf zwei verschiedenen Wegen, einem schwierigeren und einem einfacheren, von Bezau ins 5 km entfernte Bizau und zurück. In Bizau lernten sie auf einem Bauernhof die Herstellung von Käse kennen und durften ihn auch gleich verkosten. 

Donnerstag, 15. Juli 2010

Am Donnerstag ging es darum, das oben erwähnte Radioprojekt zu Ende zu führen, die zwei Hörspiele und zwei Features mit Interviews aus dem Bodenseeraum.

Freitag, 16. Juli 2010

Am Vormittag präsentierten zwei Teilnehmer/innen unter dem Motto "Best of Practise" eigene Kreativprojekte aus ihrem Sprachunterricht:
- Brigitte Ankenbrand stellte die Homepage des Deutschlehrerverbandes Australien vor und empfahl zwei Homepages, die eine Menge von Unterrichtsideen für den Fremd- bzw. Muttersprachenunterricht Deutsch enthalten: http://www.nthuleen.com und http://vs-material.wegerer.at/deutsch/d.htm. Im Anschluss daran zeigte sie, wie mit das Spiel "Activity" auf dem Weg, ein Gedicht auswendig zu lernen, helfen kann. Die Lerner/innen suchen aus einem Gedicht 9 zentrale Begriffe heraus. Anschließend stellen sie diese Wörter  pantomimisch oder in zeichnerischer Form dar bzw. umschreiben sie diese. Die anderen Lerner/innen müssen erraten, um welche Wörter es sich handelt.
- Kathleen Betterman demonstrierte eine ABC-Übung bzw. ein Schreibspiel. Die Lerner/innen suchen Wörter mit Anfangsbuchstaben des gesamten Alfabets. Dann müssen sie alle oder eine begrenzte Anzahl dieser Wörter (z.B. vier) in Sätze einbauen. In einem letzten Schritt sollen sie nun diese Sätze zu einer Geschichte verbinden.

Im Anschluss daran spielten die Teilnehmer/innen des Workshops für Erlebnispädagogik Spiele des Theatersport-Workshops nach und umgekehrt (siehe oben).

Am Nachmittag stellte Gertrud Höllerbauer "Aktuelle DaF-Aktivitäten des BMUKK, Referat ´Kultur und Sprache`" vor.

Dann wurden die Hörspiele der Teilnehmer/Innen vorgestellt.

Neben einer fortlaufenden schriftlichen Evaluation durch die Teilnehmer/innen bildet eine zusätzliche mündliche und spielerische Seminarreflexion den Abschluss des offiziellen Programms.

Das Seminar klingt mit einem Abschlussbuffett aus.

Samstag, 17. Juli 2010

Nach dem Frühstück erfolgt die individuelle Abreise.
Wir verabschieden uns.

Auf Wiedersehen in Vorarlberg!

 


Uppdaterad: 2010-08-30
Sidansvarig: Gerd Hollensteinzi